Entstehung der Gruppe

tl_files/bilder/fasenacht_2005.jpgAngeregt durch die alemannische Fasnet kam KCN Präsident Claus Müller 1980 auf die Idee, den Nußlocher Karneval um eine Gestalt zu bereichern. Beim Stöbern im Nusslocher Heimatbuch stieß er auf 3 überlieferte Sagengestalten: das Buttergespenst, den Schabel und das Gajemänndl.

tl_files/bilder/gajemaendl_buchen2.jpgDas Buttergespenst war ein gemeiner Dieb und der Schabel ein Reiter ohne Kopf gewesen. Beide Gestalten eigneten sich seiner Meinung nach nicht für eine Fastnachtsfigur. Das Gajemänndl jedoch war ein freundlicher Geselle, der den Menschen half, ihr gesammeltes Holz und Reisig nach Hause zu tragen. Lediglich mit Waldfrevlern und Holzdieben ging es unsanft um. Das Wahrzeichen der Nusslocher Fastnacht war geboren! Aber wie sollte es aussehen?

Im Jahre 1981 wurden nach einem Entwurf von Maskenschnitzer Konrad Wernet aus Elzach im Schwarzwald (www.holzbildhauerei-wernet.de) die ersten Kostüme geschneidert und aus den Reihen des Karnevalclubs Nussloch (KCN) fanden sich spontan 16 Mitglieder, die sich für diese Idee begeisterten. Am 6. Januar 1982 war dann die Geburtsstunde des Gajemänndls, das sich an diesem Tage zum ersten Mal in der Gajemänndl's Hohl - dort wo es gehaust haben soll - der Nusslocher Bevölkerung präsentierte.

Dabei ist es bis heute geblieben. Alljährlich am 6. Januar (Gajemänndl's Kummdag) erscheint es um 11.11 Uhr in der Gajemänndl's Hohl, womit der KCN seine Fastnachtskampagne eröffnet.

Zwischenzeitlich hat der Nußlocher Heimatforscher Heinrich Schmitt durch Gerichtsakten aus dem Jahr 1779 herausgefunden, dass das Gajemänndl tatsächlich existiert hat. Mit großer Wahrscheinlichkeit verbirgt sich hinter dieser Gestalt ein Aufsichtsbeamter des Kurfürsten, der in den Wäldern Holzdieben aufgelauert hat.

Gajemänndl-Taufe

Jährlich am 11.11. werden neue Mitglieder in die Gruppe aufgenommen. Nach "schwerer" Prüfung und Entsagung jeglichen Trübsinns und aller schlechten Gedanken und mit der Auflage nur noch Frohsinn und Heiterkeit zu verbreiten wird der Bewerber durch Aushändigen der Maske durch den Zunftmeister zum vollwertigen Mitglied.

Das gesamte Häs besteht aus:

  • Umhang – grün mit Futter in orange
  • Bluse – gelber Leinenstoff
  • Hut – schwarzer Filz
  • Hose – braunes Tuch
  • Haare – Haarstrang in silber
  • Maske – handgeschnitzt aus Lindenholz
  • Schuhe – schwarze Knobelbecher
  • Stock – geschmückt mit Blättern, Schellen
  • Strick

Die Kostüme werden selbst geschneidert.
Mittlerweile zählt die Gruppe 80 Mitglieder, davon 41 Aktive mit Häs, 25 Passive und 14 Kinder und Jugendliche.